
Aus erster Hand, von Studierenden und Absolventen, soll an dieser Stelle dem Interessierten ein Eindruck vom Kulturmanagementstudium vermittelt werden - mit ganz persönlichen Erfahrungen im jeweiligen Studiengang: Was waren meine Erwartungen? Wurden sie erfüllt? Was hat mich (positiv oder negativ) überrascht? Was zeichnet aus meiner Sicht diesen Studiengang aus und unterscheidet ihn von anderen Angeboten? Welche Tipps kann ich Interessenten geben?
Kulturmanagement ist eine noch recht junge Disziplin - trotzdem ist das Studienangebot breit gefächert. Die Zeppelin University verortet ihren Entwurf des kulturwissenschaftlichen Studiengangs zwischen den Kommunikations- und Kulturwissenschaften - garniert mit einem Spritzer Politik- und Wirtschaftswissenschaften.
Ich würde nicht sagen, dass es sich in erster Linie um ein Studium des Kulturmanagements handelt. Tatsächlich ist das Angebot der Kurse, die man klassischerweise als Kulturmanagement-Vorlesungen verstehen würde, recht gering. Zwar spielen auch Projektmanagement, Urheberrecht und Einführung in die Kulturbetriebslehre eine große Rolle, das Wahlangebot des Studiengangs jedoch geht weit darüberhinaus. So ist es auch für die Studierenden die größte Herausforderung, aus dem großen Angebot zu wählen. Es ist ohne Schwierigkeiten möglich, einen Bachelorabschluss in Communication and Cultural Management zu machen, ohne jemals einen Kurs in Kulturmanagement belegt zu haben. Dafür finden sich aber viele Experten auf einem Platz: strategische Kommunikation, Organisationstheorie, politische Kommunikation, Wirtschaftsästhetik... die Interessensgebiete der Forschenden sind ebenso vielfältig wie die der Studierenden.
Die Zeppelin University ist eine Self-Made-Uni - und den gleichen Anspruch sollten auch die Studierenden erfüllen bzw. an sich selbst stellen. Zwar ist auch hier relativ viel verschult und durch die Bologna-Reform vorgeben, es bleibt jedoch sehr viel Freiraum und Gestaltungsmöglichkeit. Man arbeitet eher zu viel als zu wenig, man verzettelt sich vielleicht in dem ein oder anderen Projekt, das nebenbei laufen sollte, man verrennt sich in eine theoretische Ecke, in die man eigentlich nie wollte. Aber diese Erfahrungen gehören mit dazu, wenn man sich für ein erwachsenes Studium an einer Universität entscheidet, die einen eigenen Willen voraussetzt.
Konfliktfrei kann so etwas gar nicht vonstatten gehen - Probleme werden diskutiert, von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und gemeinsam angepackt. Bürokratiefreiheit gibt es an keiner Institution, die staatlich anerkannt werden möchte, aber man bemüht sich.
Das Studium an sich lässt sich nur sehr schwer beschreiben, da tatsächlich jeder Student sein eigenes Studium studiert. Ich beispielsweise habe immer zu viele Kurse gewählt, zu viele Projekte gemacht und mich mit Vorliebe selbst überfordert - aber diese Freiheit hat man mir gewährt. Die wichtigste Erkenntnis habe ich eigentlich schon in der Semesterreflexion nach dem ersten Semester gemacht, als mir ein Professor sagte, in meinem Fall spiele es keinen Unterschied, welches Fach ich studierte, sondern nur wie ich das Studium gestaltete. Das ist meiner Meinung nach genau die Erwartung, mit der ein Student an die ZU kommen sollte: Denn nicht die Fachrichtung, das einzelne gehörte Seminar macht am Ende den Unterschied zwischen einem Kulturmanager, einem Kulturwissenschaftler und einem Kommunikationsmanager, sondern die Art des Denkens, der Habitus und das Selbstverständnis. Dazu gehört es zu wissen, von was man sich eigentlich abgrenzt. Warum nicht mal Unternehmensbewertung belegen? Nie im Leben werde ich diesen Kurs brauchen. Der inhaltliche Mehrwert ist für mich gleich null. Aber der intellektuelle Mehrwert, das Wissen um das Wissen der anderen bringt mich weiter - im Dialog und an den Schnittstellen. Die ZU bringt Menschen hervor, die hervorragend auf Schnittstellen passen. Als Bindeglied arbeitet man multimethodisch; diese Perspektive kann man sich an der ZU definitiv aneignen. Ein bisschen Mut gehört schon dazu: das finanzielle Risiko, die immer noch junge (jetzt auch) Universität, eine überschaubare Stadt mit überschaubaren sozialen Beziehungen. All das kostet viel Energie und Eigeninitiative. Wer diese mitbringt und dazu noch ein ehrliches Interesse an welchen Wissensgebieten, Phänomenen und Themen auch immer, ist an dieser Universität immer herzlich willkommen und wird sich aller Voraussicht nach auch wohlfühlen.
Jennifer Eurich
Meine Erfahrungen mit dem Studium an der Zeppelin University beziehen sich auf das zur Hälfte englischsprachige Masterprogramm Communication & Cultural Management.
Im Kulturmanagementstudium an der ZU werden weder Businesspläne erstellt, noch wird den Studierenden erklärt, wie sie erfolgreich eine Galerie leiten. Vielmehr geht es nach dem Motto „Putting theory into practice" darum, anhand von wissenschaftlichen Ideen und Theorien Fragen aufzuwerfen und (Management-)Konzepte für Kulturinstitutionen neu zu denken. Leitdisziplinen sind dabei Soziologie und Kulturwissenschaft.
In Kursen wie z.B. „Inszenatorische Praxis" oder „Culture Industries", die in meinem Fall in Kooperation mit dem Kunstmuseum Liechtenstein und der Andreas Waschk Consulting AG stattgefunden haben, werden die im Kurs diskutierten theoretischen Ansätze in die Praxis umgesetzt, indem bspw. ein Ausstellungskonzept entwickelt und im Museum gezeigt wird.
In diesem forschungsorientierten Masterstudium wird zudem Wert darauf gelegt, Fragen für wissenschaftliche Arbeiten zu stellen und für eine mögliche Arbeit weiterzuentwickeln. So kann eine Prüfungsleistung auch darin bestehen, ein Forschungskonzept mit einer spezifischen Fragestellung zu einem im Kurs erörterten Thema zu entwerfen. Zudem eröffnet das Pflichtpraktikum, das von vielen Studierenden zu einem Praxissemester ausgeweitet wird, neben der beruflichen Erfahrung vor allem eine weitere Perspektive auf ein mögliches Forschungsthema.
Für das Studium an der Zeppelin University ist für mich die individuelle Gestaltung des Studienverlaufs ein Pluspunkt. Natürlich müssen sich genügend Studierende für einen Kurs anmelden, aber meist ist eine sehr persönliche Kurswahl möglich. Je nach Konstellation und (disziplinärer und praktischer) Herkunft der Studierenden werden so ganz unterschiedliche Interessensschwerpunkte behandelt. Dies wird vor allem in den „Current Issues"-Kursen deutlich, die gemeinsam von Lehrpersonen und Studierenden konzipiert werden. Auch das Engagement in eigens von Studierenden entworfenen Lehrformaten wie den „Student Studies", in Projekten wie der „Langen Nacht der Musik", in der Tanzgruppe, im Chor und bei Exkursionen des Arts Programs ermöglicht die Anwendung und Erweiterung der in den Kursen besprochenen Inhalte.
Diese kurze Beschreibung zeigt bereits, dass an der ZU kein Pauschalprogramm durchgezogen wird. Die Studierenden kommen mit oder entwickeln während des Studiums Ideen und Fragen, die sie in die theoretischen Diskussionen einbringen. So wird jeder Kurs und jedes Semester unterschiedlich geprägt. Ob man selbst ein solches Studium bevorzugt oder eines, bei dem der Lehrplan vollständig vorbestimmt ist, kann man vielleicht nicht abschließend sagen. Genauso muss man selbst während des Studiums herausfinden, ob die ZU zu einem passt und man selbst seinen Platz an der ZU findet.
Johanna Schindler
Sonne, See und Gruppenarbeit. So kann man sich grob gefasst das Studium Communication & Cultural Management an der Zeppelin University in Friedrichshafen vorstellen. Die Lage ist unschlagbar: Die Mittagspausen verbringen wir (zumindest im Sommer) auf der Sonnenterrasse mit zwei Minuten Fußweg zum Privatstrand der Universität am Bodensee. So schön die Lage und so modern die Ausstattung auch ist, langweilig wird einem hier nie. Dafür sorgt zum Einen die umfangreiche Pflichtliteratur, die vor jeder Vorlesung vorzubereiten ist. Darüber hinaus wird besonderer Wert auf Gruppenarbeiten gelegt, so dass die eigentliche Freizeit häufig mit Gruppentreffen für die verschiedensten Seminare belegt ist. Obwohl das fünfte Gruppentreffen für die große Präsentation nächste Woche auch wirklich anstrengend sein kann... man lernt sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen und im Team zu arbeiten. Da die meisten von uns später im Beruf auch nicht alleine an ihrem Schreibtisch ohne Kollegen sitzen werden halte ich das für eine gute Sache, die aber leider viel der eigentlichen Freizeit in Anspruch nimmt.
Im September 2011 werde ich mein fünftes Fachsemester beginnen und habe mich rückblickend persönlich sehr stark weiterentwickelt. Ich traue mir selbst und meinen Fähigkeiten mehr zu, ich kann mich aufgrund der Pflichtpraktika schnell in neuen Arbeitsumgebungen zurecht finden und gehe viel offener auf Menschen zu. Vor allem die Vorlesungen in den Fächern „Projektmanagement" oder „Marketing", die eigentlich eher wirtschaftswissenschaftliche Disziplinen sind, haben mir sehr geholfen und sich rückblickend als solide Grundlage erwiesen. Am meisten Freude bereiteten mir jedoch die Vorlesungen „Kulturmanagement" oder beispielsweise „Bildtheorie". Was ist ein Bild? Hat ein Kunstwerk einen vom Künstler vorgegebenen Sinn? Wie kann man sich die Linie oder das Leitbild einer Kulturinstitution erklären? Warum bleibt es meist über Jahrzehnte hinweg konstant? Wird Veränderung hier als schlecht angesehen? Nach vier Semestern an der Zeppelin University verstehe ich das Mysterium „Kulturbetrieb" um einiges besser und habe gelernt mir immer selbst Fragen zu stellen.
Insgesamt bin ich zufrieden mit meinem Studium, nur leider hatte ich in zwei Jahren gerade einmal vier Tage Vorlesungen auf Englisch (wobei uns die Hälfte der Kurse auf Englisch versprochen wurde). Manchmal habe ich außerdem das Gefühl, als Kulturmanagement-Studentin zwischen den Stühlen „Kunst" und „Management" zu stehen und keine der beiden Parteien nimmt mich richtig ernst. Dieses Problem werde ich jedoch in Form eines Masterstudiums angehen, welches ich nicht in Friedrichshafen absolvieren werde. Nach drei Jahren wird mir die Stadt einfach zu klein.
Nach meinem Bachelorstudium an der FH in Görlitz im Fach „Kultur und Management" kam ich direkt im Anschluss nach Weimar an die Hochschule für Musik Franz Liszt, um dort ein aufbauendes Masterstudium im gleichen Fach zu absolvieren. Der Fachbereich Kulturmanagement ist sehr klein, es gibt einen Professor und meist nur 1-2 feste Dozenten. Es werden viele Dozenten eingeladen, die in der Praxis arbeiten und dann - meist im Rahmen von Blockseminaren an den Wochenenden - je nach Fachspezifik unterrichten. Diese Seminare kann ich zumeist als sehr fruchtbar bewerten, denn somit gewinnt man einen guten Einblick in die Erfahrungen, welche die Experten in verschiedensten Berufsfeldern gemacht haben.
Inhalte des Studiums können auf der Homepage eingesehen werden - sie wirken auf den ersten Blick vielfältig, jedoch bestand eine Woche bei mir lediglich aus ca. 5-7 Seminaren (was aber genauso vorgesehen war). D.h. es ist ein hoher Anteil an Selbststudium vorzuweisen, es wird vorausgesetzt, dass man dazu in der Lage ist, dies eigenständig zu absolvieren. Vor dem Hintergrund, dass ich zuvor an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät studiert habe, waren die Kurse mit kulturwirtschaftlichem Profil für mich qualitativ nicht gut. Ich habe in diesen Seminaren nur sehr wenig dazu lernen können bzw. lediglich Wiederholungen gehabt (betrifft bspw. Kulturcontrolling, Kulturbetriebswirtschaft). Die Seminare in Kulturpolitik habe ich besser in Erinnerung, aber insgesamt ist die Kursdichte zu mau, man wird wenig gefordert. Leider bestanden auch einige Seminare ausschließlich aus Referaten der Studenten, was demzufolge wenig aussagekräftig war.
Je nachdem, welches Wahlpflichtfach gewählt wird, muss man allenfalls einige Male in der Woche nach Jena (Zugverbindung ca. 30 Minuten) fahren, da alle Wahlpflichtfächer in der dortigen Friedrich-Schiller-Universität stattfinden. Man gelangt somit - und dies ist als positiv einzuschätzen - in Kontakt mit Studenten anderer Fachbereiche und kann v.a. in den Seminaren zumindest teilweise einen guten Austausch herstellen.
Organisatorisch ist der Studiengang noch nicht gut aufgestellt. Die Kooperation mit Jena existiert zwar, doch gibt es häufig Abstimmungsprobleme, Unklarheiten bei Zuständigkeiten, Probleme mit der Interpretation der Modulplans etc. Dies ist tatsächlich in hohem Maße verbesserungsbedürftig. Man sollte selbst sehr gut organisiert sein bzw. sich umfangreich informieren, damit man mit Nachdruck an den entsprechenden Stellen anfragen und nachhaken kann. Dies betrifft u.a. auch die Anmeldung zu Prüfungen in Jena und v.a. den Eingang der Noten sowie die Ausstellung des Masterzeugnisses, mit dem man nicht vor einem halben Jahr nach Absolvierung des Studiums rechnen kann. Dies ist ein enormer Kritikpunkt meinerseits, da in der Bewerbungsphase für einen Job kein entsprechender Masterabschluss vorgewiesen werden kann.
Fazit: Wenn man (wie ich) die vertrauliche Atmosphäre eines kleinen Studiengangs mag, ist Weimar eine Option. Der Vorteil dessen ist, dass man direkten Kontakt zu allen Dozenten, Professoren und weiteren Verantwortlichen hat und diese sich stets Zeit nehmen. Von der organisatorischen Seite her habe ich leider deutlich mehr negative als positive Erfahrungen machen müssen, dies ging nahezu allen Studenten so (kann aber auch - und das ist zu hoffen - daran liegen, dass der Studiengang noch in den Kinderschuhen steckt und personell unterbesetzt ist). Mit guten wirtschaftlichen Vorkenntnissen lernt man leider nur wenig dazu, die wirtschaftlichen Kurse sind dementsprechend kein Masterniveau. Schade ist auch, dass die Masterarbeit nur schriftlich eingereicht, aber nicht verteidigt werden muss.
Jana
Major: Kulturwissenschaften
Minor: Betriebswirtschaftslehre
Absolventin Leuphana Bachelor
Warum Kulturwissenschaften und Betriebswirtschaftslehre an der Leuphana Universität Lüneburg?
Pluspunkte für die Wahl Lüneburgs als Studienort waren die nette Größe, die Nähe zu Hamburg, der Ruf einer lebhaften Studentenstadt sowie der Vorteil an einer Campus-Uni studieren zu können. An der Leuphana konnte ich die Fächerkombination Kulturwissenschaften und BWL belegen und hatte so die Möglichkeit ein relativ breit ausgerichtetes Studium zu absolvieren, das mir im Nachhinein viele Optionen bot.
Was sind die Besonderheiten am Leuphana College und dem College Studienmodell und wie ist das Studium aufgebaut?
Die wesentliche Besonderheit des Leuphana College ist die individuelle Gestaltungsmöglichkeit die das Studienmodell den Studierenden bietet. So konnte ich in meinem Major den fachlichen Schwerpunkt auf die Kulturwissenschaften legen, gleichzeitig in meinen Minor BWL aber auch Aspekte einer anderen Wissenschaft mit einbeziehen. In den Kulturwissenschaften wird diese individuelle Gestaltungsfreiheit bezüglich des eigenen Studienplans durch die Wahl von Vertiefungsfächern noch weiter verstärkt. Mit „Kommunikation, Kultur und Gesellschaft" habe ich dabei einen Schwerpunkt auf die Bereiche Populärkultur und Medienkommunikation gelegt. Neben dem Major und Minor bleibt darüber hinaus auch Raum für andere Interessen. So konnte ich auch Sprachkurse belegen und mein Studium so ganz nach meinen Vorstellungen gestalten.
Was ist das Komplementärstudium und wie beurteilst du es?
Das Komplementärstudium ermöglicht es zusätzliche Kompetenzen neben dem Major und Minor zu erwerben, in andere Disziplinen hineinzuschauen und auf diese Weise das eigene Studium sinnvoll zu ergänzen. Dabei wird den Studierenden ein großer Pool an verschiedensten Lehrveranstaltungen geboten. Aus der Vielzahl von Angeboten habe ich mich beispielsweise, wie schon erwähnt, für Sprachkurse, ein Architekturseminar mit Daniel Libeskind und eine englischsprachige Veranstaltung zum Musik-Business entschieden. Nach meinem Empfinden lockert das Komplementärstudium das fachspezifische Studium auf, unter anderem auch, weil man Leute aus allen Fachrichtungen und Semestern trifft.
Was sind die Vorteile des Studiums und warum ist es empfehlenswert?
Wie bereits betont, birgt das Studium an der Leuphana, die Chance sich ganz individuell verschiedenste Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen anzueignen. Es eröffnet den Zugang zum grundlegenden wissenschaftlichen „Werkzeug", wie dieses genutzt wird, bleibt dann jedem selbst überlassen. Diese Offenheit erfordert sicher auch ein gewisses Maß an Verantwortung von den Studierenden. Ich glaube, dass das Studium in Lüneburg sich deshalb besonders für alle eignet, die sich im Bachelor noch nicht festlegen wollen. Durch die breite Struktur bietet das Studium die Möglichkeit zur Orientierung im individuellen Interessengebiet. Meine Erfahrung war, dass ich nach dem Leuphana Bachelor aus einer großen Zahl von Masterprogrammen wählen konnte.
Hast du Praktika oder Auslandsaufenthalte absolviert?
Ich habe in den Ferien ein Praktikum in einer Werbeagentur gemacht.
Zukunftsperspektiven - Wie geht es nach dem Studium weiter?
Im Herbst habe ich den Master Publizistik und Kommunikationswissenschaft in Wien begonnen. Danach würde ich gern im Bereich Kommunikationsmanagement arbeiten.
Bereits in der Orientierungsphase nach der Schule hat mich das Konzept des Studiengangs Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim überzeugt. Heute, acht Semester später, bin ich immer noch sehr zufrieden mit dieser Studienwahl.
Das hat mehrere Gründe. Zunächst ist der große Bonus des Hildesheimer Studiengangs die eigene künstlerische Praxis. Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit den Künsten und deren Management kann man sich selbst als Künstler in verschiedenen Diziplinen (Kunst, Literatur, Medien, Musik oder Theater) ausprobieren. Außerdem begleitet der Fokus auf der Vermittlung, Politik und Organisation der Künste stets das Studium.
Dadurch ergeben sich mehrere Perspektiven auf das Fach Kulturmanagement. Die eigene künstlerische Erfahrung und der wissenschaftliche Diskurs darüber auf der einen Seite und die Frage der zeitgemäßen Vermittlung dieser Inhalte unter pädagogischen, politischen und ökonomischen Aspekten auf der anderen Seite sind im Studium eng verknüpft.
In mehreren vorgesehenen Praktika kann man in der Praxis erproben, welche Studieninhalte für einen selbst hilfreich waren, und anschließend an der Uni die Studienausrichtung weiter justieren. Außerdem helfen die Praktika, sich im Kulturmanagementsektor zu orientieren, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und wertvolle Kontakte zu knüpfen.
Ein weiterer Vorteil ist für mich die Überschaubarkeit der Uni. Dadurch lassen sich schnell Kontakte zu Studierenden und Lehrenden knüpfen und der hohe Anteil an „Kulturstudenten" bildet ein sehr kreatives und lebendiges Studienumfeld, das nicht zuletzt auch durch den Kulturcampus Domäne Marienburg ein tolles Flair bietet. Außerdem bietet die Stadt Hildesheim Potenzial, eigene Kulturmanagementprojekte zu starten wie z.B. eigene Kunstausstellungen oder Konzerte zu organisieren.
Paul Krüerke
Im wachsenden Markt der Kulturmanagementstudiengänge hat mich der Studiengang Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim mit zwei einmaligen Besonderheiten überzeugt:
Zum einen ist der zugegebenermaßen etwas sperrige Titel Programm! Jeder studiert zwei künstlerische Fächer theoretisch wie praktisch. Das bedeutete bei mir zum Beispiel mehrere Jahre Einzelunterricht in den Fächern E-Bass und Klavier und ungezählte Auftritte mit Jazzbands, Unichor oder mit etwas Lampenfieber allein am Flügel. Zudem konnte ich mich im Theaterspiel und beim kreativen Schreiben ausprobieren. Ausprobieren kann man wirklich eine Menge, was nicht nur die eigene künstlerische Persönlichkeit weiterbringt, sondern diese auch schärft. Diese Nähe zur Kunst bringt zahlreiche Vorteile für das Studium des Kulturmanagements. Denn wer so nah an und mit den Künsten studiert weiß, dass die Organisation von Kunst und Kultur viel Fingerspitzengefühl bedarf und eine bloße unreflektierte Übernahme von betriebswirtschaftlichen Theorien und Konzepten sogar kontraproduktiv sein kann.
Zum anderen studiert man in Hildesheim Kulturmanagement in einem Institut für Kulturpolitik. Das bedeutet, dass man von Anfang an neben kulturmanagerialem Handwerkszeug auch übergeordnete kultur- und gesellschaftspolitische Diskussionen führt, was für die spätere Berufspraxis in für das Kulturmanagement typischen Querschnittsaufgaben von großer Bedeutung ist. Neuerdings spielen auch vermehrt Themen aus der Kulturvermittlung und der Kulturellen Bildung eine wichtige Rolle innerhalb des Studiums, so dass man fit für aktuelle Themen der Kulturarbeit in Deutschland ist.
Einen hohen Stellenwert haben mehrere Praktika während des Studiums. Auch diese waren für mich eine gute Möglichkeit, zu lernen, was ich will und auch was ich definitiv nicht will. Die neuen Master-Studiengänge bieten darüber hinaus kluge Weiterentwicklungen des Studiums der Kulturwissenschaften und ästhetischen Praxis.
Thomas Renz
Die Basisinformationen zu den einzelnen Studiengängen finden Sie in der Studiengangsdatenbank.



